Tuesday, July 20. 2010Mitsuba Renderer
Nach langem Basteln habe ich nun beschlossen, meinen Renderer Mitsuba als Open Source freizugeben.
Hier ist die Seite des Projektes: http://www.mitsuba-renderer.org. Ein kurzes Video dazu gibts hier: Wednesday, May 5. 2010Diffusions-Paper angenommen!
Juhu! Das SIGGRAPH-Paper, das mich nach Weihnachten so sehr beschäftigt hat, wurde nun endgültig angenommen. Im August fliege ich nach Los Angeles, um es dort zu präsentieren.
In dem Paper geht es um ein Thema, das mich schon seit langem beschäftigt hat: Materialien, bei denen die Lichtstreuung unter der Oberfläche eine wichtige Rolle spielt, und die zusätzlich noch eine interne "Struktur" besitzen (z.B. gewobene Stoffe, Holz, Muskelfasern, etc.) Hier ist ein Link zur Projekt-Seite mit PDFs etc. Und hier ist ein Bild von einem Schal, das mit der Methode im Paper berechnet wurde:
Posted by Wenzel Jakob
in Cornell University, German, Graphics
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Monday, February 15. 2010Aufhol-Blogeintrag (Teil 2): Tokyo, Yokohama und Zürich
Kurz vor Weihnachten war ich für etwa 10 Tage in Japan, um in Yokohama ein Paper zu präsentieren. Eigentlich eine tolle Reise -- nur leider vereinnahmen einen diese Konferenzen immer so, dass man ansonsten eigentlich nicht viel machen kann. Deshalb war ich noch ein paar Tage in Tokyo, um wenigstens ein bisschen rumspazieren zu können. All das brachte noch einige Komplikationen mit sich: Pascal hat mich letztes Semester davon überzeugt, eine Vorlesung über Stochastische Prozesse zu hören (danke Pascal
Hostel und Umgebung in Asakusa, Tokyo Der Rest der Reise war zum Glück erfreulicher. Japan ist ein irre faszinierendes und von der Globalisierung scheinbar weitgehend verschontes Land -- wo man auch hinschaut, sieht man verblüffendes und oft einfach unbegreifliches. Ein Stadtbummel ist das reinste Kino, und so sind wir die meiste Zeit nur herumgelaufen. Besonders bemerkenswert fand ich die enorme Gastfreundschaft: praktisch von der ersten Minute auf japanischem Boden an wurde ich angesprochen, sobald jemand meine hilflose Suche nach Schildern mit lateinischen Buchstaben erkannte. Und selbst falls mein Retter kaum Englisch sprach, lief ich doch mindestens mit einem Zettel voller japanischen Schriftzeichen weiter, nach denen ich Ausschau halten sollte. Auf der Suche nach einem japanischen Schlafanzug für Olesya gelangte ich an einem Tag in ein größeres Einkaufszentrum. Eine Angestellte erklärte mir den Weg zur passenden Abteilung, der sich als längere Geschichte entpuppte - 5 Stockwerke runter, aus dem Gebäude raus und auf der anderen Straßenseite ins sechste Stockwerk. Dort angekommen war die Auswahl nicht wirklich beeindruckend, doch als ich schon weitergehen wollte, stand dieselbe Angstellte plötzlich vor mir. Vollkommen außer Atem (sie war mir eine Minute später in vollem Tempo hinterhergerannt) meinte sie, dass es in einer anderen Etage auch noch Schlafanzüge gibt. Spätestens da muss einem klar werden, dass man sich in einem wirklich fremden Land befindet. Ein traditionelles japanisches Restaurant Die Japanische Küche hat mich auch schwer beeindruckt. Ehrlichgesagt kann das bei vielen Gerichten gar nicht "kochen" nennen - "mischen" wäre passender, denn die Zubereitung ist wirklich simpel. Aber das Ergebnis spricht für sich! Allein was man alles aus einer Schale Reis und etwas Brühe machen kann, hätte ich niemals gedacht. Kurz vor Ende hatte ich einen noch halbvollen Koffer, der dann folglich mit Supermarkt-Einkäufen bis zum Bersten aufgefüllt wurde Schilder - hmm..? Die penible Sauberkeit war auch sehr auffällig. In Yokohama hatten die U-Bahn-Stationen z.B. einen weißen Boden. Ich meine wirklich weiß - wenn man da mit schmutzigen Schuhe durchläuft, hinterlässt man eine Spur vom Eingang bis zum Zug. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist die Spur ein paar Minuten später wieder weggeputzt, von jemandem dessen Job genau darin besteht. Cosplayer und eine Hochzeit Die restlichen Japan-Fotos habe ich hier hochgeladen. Ab ca. Ende Juli werde ich mit Steve (meinem Advisor) für ein Jahr von Cornell zum Disney Research Lab an der ETH Zürich wechseln. Aus Neugier waren meine Eltern, Olesya und ich nach Weihnachten deshalb noch einen Tag lang dort. Die Stadt ist sehr schön, allerdings bereitet mir die Wohnungssituation etwas Sorgen .. (vor allem je mehr Geschichten ich höre!) Zürich Für Studenten scheint es nur schwer möglich zu sein, etwas in akzeptabler Nähe zur Stadt zu finden. Von Computergrafik-Kollegen höre ich, dass sie zur Wohnungssuche Empfehlungsschreiben der Uni bekommen, die sie als "weltweit renommierte Forscher" ausweisen. Als Qualifikation für eine Wohnung. Irgendwas mache ich falsch - ich versuche mir das zu merken, die nächste WG-Mitbewohner-Suche kommt bestimmt Saturday, January 23. 2010SIGGRAPH-Deadline und Besuch in Ithaca
Die SIGGRAPH-deadline ist nun endlich geschafft und das Leben kann wieder Normalität annehmen. Die letzten Wochen hier waren intensiv! Steve und ich haben innerhalb kurzer Zeit noch ein paper aus dem Hut "gezaubert", was einerseits total cool ist (denn vor Weihnachten hatten wir definitiv noch keins), aber gewisse Einschnitte verlangte was meinen Schlafrhytmus so angeht. Es gab noch zwei andere Paper-Projekte, und so waren wir dann zu dritt im Grafiklabor, haben dort die Nächte durchgemacht, sind oft zu Uhrzeiten wie 2 oder 3 Uhr früh aufgestanden (Zeitzonen sind so willkürlich) -- mit power naps um 8 uhr morgens und etwas seltener noch kostbarem "good old office sleep" auf der Couch nebenan. Wenigstens wars den ganzen Stress wert -- das schlimmste ist, wenn man sich so hetzt und dann einen Tag vor der Deadline kapitulieren muss. Zu diesem Zeitpunkt ist das paper noch anonym, weshalb ich leider nichts darüber schreiben darf.
Seit dem letzten Blog-Eintrag ist auch sonst noch eine Menge passiert! Ich versuche mich mal an der Aufholarbeit: Im Oktober kamen Olesya und meine Eltern für eine Woche zu Besuch nach Ithaca. Wir hatten jede Menge Spaß und nach einigem rumkrackseln in Ithaca konnten wir dank Carshare auch noch ein Stückchen in die endlosen Weiten des Bundesstaates New York vordringen. Das Fazit: es gibt hier irgendwie gar nicht so viel Niagarafälle und Seneca Lake Nach einigen dubiosen Weinproben am Seneca-Lake, dem hiesigen Riesling-Anbaugebiet folgten noch ein paar schöne Tage in NYC. Zufälligerweise gab John Eliot Gardiner ein Konzert in der Carnegie Hall (Die Jahreszeiten von Haydn) -- das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Haydn hat mich zwar bisher nicht so begeistert, aber es ist ganz interessant was so ein Konzert alles bewirken kann. Olesya, meine Eltern und ich sind jetzt jedenfalls schwer süchtig! Sunday, October 4. 2009Hockey season
Seit etwa einem Monat herrscht im Cornell Ice Hockey Rink reges Treiben, denn die Hockey season hat wieder begonnen. Ich spiele in einer Mannschaft namens Mhz ("Megahurts"), die größtenteils aus Informatikern besteht (PhD, MEng students & Profs). Letztes Semester haben wir ein paar Fotos gemacht, die ich seither noch hochladen wollte:
Das Niveau variiert extrem: manche können gerade so Schlittschuhlaufen während andere parallel noch in der Ithaca League spielen, in der es doch noch ganz anders zugeht.. Letztes Semester war ich zweifellos ersterer Kategorie zuzurechnen - seit ich bremsen gelernt habe, klappts aber schon viel besser Inzwischen wurde unser paper nun endgültig angenommen. Eine Seite mit PDF und Videos ist hier. Wednesday, August 19. 2009New Orleans
Nach einer schönen Woche in Louisiana bin ich inzwischen wieder zurück in Ithaca, wo das Herbstsemester in ein paar Tagen anfängt.
Was ich in Louisiana gemacht habe? Der Großteil des Departments flog dorthin, um die SIGGRAPH in New Orleans zu besuchen. Das fing schon lustig an: die erste Verbindung, eine Mini-Propellermaschine von Ithaca nach Philadelphia, konnte zurecht als "Graphics Airplane" bezeichnet werden, denn fast alle Studenten und Profs hatten zufällig denselben Flug gebucht. Dort angekommen läuft man mit dem ersten Schritt aus dem Flugzeug gegen eine Wand! Bei 35° im Schatten und 80% Luftfeuchtigkeit ist gleich klar, dass das Mississippi-Delta nicht allzu fern sein kann. Die meisten Studenten waren im French Quarter untegebracht, das in unmittelbarer Nähe zum Konferenz-Zentrum liegt. Wir hatten zum Glück noch etwas Zeit, die Stadt zu erkunden, was aber eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit wurde.. Das Hotel, Beignets und Chicory Coffee im Café du Monde Selbst vier Jahre nach dem Hurrikan Kathrina sind die unglaublichen Schäden an der Stadt noch unübersehbar. Vom Flugzeug aus sind Stadtteile sichtbar, die man glatt mit einer Wiese verwechseln könnte, wären da nicht "Abdrücke" von Häusern, die durch den Sturm zerstört wurden. Das French Quarter kam mit vergleichsweise geringen Schäden davon, und so kann man die jahrhundertealten Häuser mit ihren gusseisernen Verzierungen immer noch unverändert bewundern. French Quarter Zwei Sachen fallen sofort auf, wenn man hier rumläuft: Pferdekutschen! Ständig fahren welche vorbei :), in manchen Ecken des French Quarters begegnet man mehr Kutschen als Autos.. Und Backsteinwände sind praktisch allgegenwärtig. Und das nicht nur von außen - mein Hotelzimmer hatte zB. innen auch unverputzte Wände. Das mag zunächst etwas "roh" erscheinen, nach einer Weile mag man es aber nicht mehr wegdenken. Jackson square, sightseeing.. Am Montag kam dann noch eine gute Nachricht: unser Paper wurde an der SIGGRAPH Asia angenommen und wir dürfen es dann im Dezember in Yokohama präsentieren (vorausgesetzt wir bauen keinen Mist bis dahin - ein paar Kleinigkeiten müssen noch abgeändert werden). SIGGRAPH war dieses Jahr wieder klasse und ist nur schwer in ein paar Worten zu beschreiben. Die Konferenz ist schon seit jeher das angesehenste Forum für Veröffentlichungen auf dem Gebiet. Die Verflechtungen mit der Kunst und Computergrafik-Industrie haben aber über die Jahre dazu geführt, dass die eigentlichen Papers nur noch einen kleinen Teil der Konferenz ausmachen. Parallel dazu finden nämlich ein Computer Animation Festival (Lieblings-clip: Who's Gonne Save My Soul), eine Produkt-Messe, Job-Börsen, sowie künstlerische Ausstellungen und Präsentationen von experimentellen Technologien statt. Bei manchen "Technologien" kann man nur hoffen, dass es beim Experiment bleibt! Meine Favoriten: 1. Funbrella: ein Schirm, der das Gefühl von Regen "haptisch" aufnehmen und später wieder abspielen kann. Die Erfinder hatten eine Menge Spaß damit, zur Demo gehört unter anderem Spaghetti- und Murmel- Regen. 2. Ein Ohr-Navi, das folgendermaßen funktioniert: man zieht einen modifizierten Fahrradhelm auf, der einem sprichwörtlich die Ohren langzieht, um den Nutzer/das Opfer in die richtige Richtung zu lenken. Die Schöpfer schwärmen, dass dies ein erstaunlich intuitives "User Interface" darstelle. 3. Am besten war aber folgendes: Ein Computerspiel, in dem man mit seinem Atem fiese Monster killt. Man zielt und bläst in ein Röhrchen, über das der Mundgeruch ständig gemessen wird. Um so stärker das Monster, um so schlimmer muss auch der Mundgeruch sein, damit man überhaupt was ausrichten kann. Und falls der nicht stark genug ist, schlägt die hilfreiche Maschine stinkige Süßigkeiten oder Cracker vor, die man schnell essen muss, da das Monster schnurstracks auf einen zuläuft bzw. -fliegt. Dieser Teil ist auch witzig gelöst: man steht vor einem kleinen Tisch, auf dem auf ein Signal hin kleine Essens-Schälchen erleuchten und ungeduldig auf- und abhüpfen. Und wer hat das alles erfunden? Die Japaner! War ja klar Funbrella und das Stinke-Spiel Steve (mein Advisor) ist zur Zeit in Urlaub und hat mir davor noch einigen Lesestoff organisiert. Ich kämpfe mich da zur Zeit mehr oder weniger durch, aber bei dieser Seite musste ich einfach nur noch lachen - man beachte die Menge an englischem Text: Hmm? Seit letzter Woche habe ich eine neue Webseite, die alte war ..... alt! Thursday, March 5. 2009Spaghettifabrik
Dieses Semester bin ich in einer lustigen Vorlesung namens "Physically-based Animation", in der wir letzte Woche folgende Aufgabe bekamen: Simuliere alle relevanten physikalischen Gesetze in einer kleinen 2D-Kiste, in die am laufenden Band wabbelige Spaghetti hineingeworfen werden. Das schwierige daran war, Kollisionen etc. aufzulösen - jeder Simulator bekommt früher oder später Probleme, dieses Chaos noch unter Kontrolle zu halten - das Ziel war, so lange wie möglich durchzuhalten..
Hier ist ein Video davon: Saturday, February 28. 2009Endlich Brot!!
Ich fühle mich ja schon sehr wohl hier in Ithaca. Eine Sache hat mich aber immer sehr gestört: Man findet hier einfach kein gescheites Brot - egal wo man schaut, ob im Supermarkt, in der Mall, oder auf dem Campus. Alles ist irgendwie Toastartig und derart mit Kaliumpropionat durchzogen, dass einem bei jedem Öffnen der Packung säuerliche Dämpfe grüßend in die Augen steigen. Für jemanden, dessen Vorstellung eines perfekten Abends nach einem langen Tag zunächst einmal mit einem leckeren Käsebrot beginnt, sind solche Zustände natürlich unerträglich..
Hmmm... Tuesday, September 2. 2008SIGGRAPH 2008
Hallo allerseits! Jetzt hab ich schon so lange nichts mehr geschrieben, dass ich ernsthaft nachdenken musste, was seither nochmal alles passiert ist..
Ich fang am besten ganz von Anfang an: Wegen des Lufthansa-Streiks wurde mein ursprünglicher Flug nach Los Angeles gecancelt und ich kam dann irgendwann nachts um 2 über eine US Airways-Route an. Mit Schlafen hats nicht wirklich geklappt und am nächsten Tag ging die Konferenz auch schon los. Im Nachhinein war der brutale Jetlag genau das Richtige, denn ich konnte eine Woche lang - zum Neid der anderen - jeden Morgen problemlos und ohne Wecker um 7 Uhr aufstehen. Palmen!!, Das LA Convention Center Die Gegend in der das ganze stattfand (Downtown LA), war ziemlich kriminell und ich kann deshalb auch nicht sagen, dass mir die Stadt so gut gefallen hat. Ein paar mal hatte ich echt Angst, ausgeraubt zu werden, da der Rückweg zum Hotel sehr weit war und auf der Straße weit und breit kein normaler Mensch lief.. (def. normal: in gerader Linie schreitend ohne komische Geräusche von sich zu geben). Den abenteuerlichsten Ausflug habe ich mit einem der PhD-Studenten von Cornell unternommen, da wir beide den Plan hatten, an der Westküste mindestens einmal vernünftig mexikanisch zu essen. Nach einem viel zu langen Spaziergang durch sehr suspekte Gegenden und einer Rückkehr per Piraten-Taxi, sind wir den Rest der Woche brav auf der Straße geblieben, die das Hotel mit der Konferenz verbindet.. Das Computer Animation Festival und mexikanische Oaxaca-Küche Auf der SIGGRAPH (so hieß die Konferenz) war mein erster Gedanke: Meine Güte, sind das viele Leute!! Diesmal kamen über 24.000 Besucher - in den besten Zeiten der .com-Bubble sollen es sogar fast doppelt so viele gewesen sein! Allerdings sind nur ein kleiner Teil davon Computergrafik-Forscher, denn es finden gleichzeitig noch zwei andere Veranstaltungen statt, die wesentlich mehr Besucher anziehen: das Computer Animation Festival und eine Expo, auf der die meisten Firmen vertreten sind, die irgendwas mit 3D, Virtual Reality oder Film zu tun haben. Ich war fast die ganze Woche in den "Technical Sessions", in denen neue Forschungsergebnisse vorstestellt werden. Jeder Autor hat exakt 20 Minuten, die allein wegen der Menge an Publikationen (96 Papers in diesem Jahr) auf keinen Fall überzogen werden dürfen. Da diese Präsentationen von vielen anderen Forschern besucht und darüberhinaus auch noch Aufzeichnungen angefertigt werden, hat man hier die Gelegenheit, wahrhaft großartige Vorträge zu hören. Man merkt, dass sich die Leute ein halbes Jahr auf 20 Minuten vorbereitet haben, in denen sie mit großer Klarheit Dinge beschreiben, die in 20 Minuten nicht beschrieben werden können. Bei dem Gedanken, dass ich für den PhD in 1-2 Jahren auch einmal dort oben stehen muss, wird mir im Moment noch etwas schwindelig! Super-wackeliger Schnipsel aus einer Technical Session Jeden Abend gab es nach der Konferenz noch Cocktail&Networking-Parties von Firmen wie Disney, Rhythm&Hues, etc... Von denen sollte man allerdings die Finger weglassen, wenn man am nächsten Morgen wieder um 8 in den Technical Sessions sein wollte SIGGRAPH Expo, Spiel der LA Dodgers Danach flog ich per Jet nach Philadelphia, von wo es mit einer Propellermaschine weiter nach Ithaca ging. Mit dabei war meine kolossale Menge an Gepäck aus Deutschland, die zum Glück erst am Flughafen in Ithaca den Dienst mit einem lauten "rrratsch!" quittierte. Die Tasche war so schwer, dass einfach der Griff abgerissen ist - der Inhalt hat den Unfall zum Glück überlebt.. Die nächsten Tage war ich damit beschäftigt, die kahle Wohnung etwas bewohnbarer zu machen - so sieht es jetzt aus: (Panoramas sind toll Mein Zimmer, Wohnzimmer/Küche Der Herbst ist in Ithaca die schönste Jahreszeit für Ausflüge und Wanderungen. Deshalb - und um hier etwas besser hin und herzukommen - habe ich mir letzte Woche ein Fahrrad gekauft. Nur der Berg macht mir noch schwer zu schaffen! Die letzten Male war ich total nassgeschwitzt und KO, als ich oben ankam.. Beim Herunterfahren muss man auf dem letzten Drittel einen Druckausgleich wie im Flugzeug machen, da die Ohren sonst zu stark schmerzen! Mal schauen, ob ich mich noch dran gewöhne.. Cornell - vom Lake Cayuga aus gesehen Das Semester hat hier seit ein paar Tagen angefangen und schon gibt es viel zu tun! Schuld daran ist wohl auch, dass ich im Moment noch viel zu viele verrückte (z.B. "Bio-Informatik") Vorlesungen höre, von denen ich wahrscheinlich leider die Hälfte wieder abbrechen muss. Ansonsten bin dieses Semester noch "Research Assistant" von Steve Marschner und muss deshalb mit keinen Vorlesungen oder Tutorien helfen, dafür aber an einem Forschungsprojekt arbeiten. Was genau das sein wird, steht aber noch nicht fest. So, jetzt rufen auch schon die ersten Hausaufgaben - bis bald! Tuesday, July 8. 2008Cloth rendering
Über die Semesterferien arbeite ich für einen meiner Professoren an einem Projekt zur realistischen Darstellung gewobener Stoffe. Dazu bastele ich zur Zeit eine 3D-Testszene, die ein Geschenk mit einer Satin-Schleife enthält, die möglichst flauschig und überzeugend aussehen soll. Der Algorithmus wurde von Piti Irawan, einem ehemaligen Cornell-Studenten, entwickelt. Hier ein Bild vom aktuellen Stand der Dinge:
Sunday, May 18. 2008Die letzten Wochen
Heute Abend landet Olesya in NYC und ich bin gerade mit dem Bus auf dem Weg dorthin, um sie am Flughafen abzuholen. Alle Uni-sachen sind fertig und jetzt kann man die letzten Stunden an den Händen abzählen
Das Ende des Semesters hier in den USA ist jedes Mal ein Erlebnis. Alles steuert auf diese eine letzte Woche hin, in der alle Klausuren geschrieben und Projekte abgegeben werden müssen, weshalb viele Studenten für längere Zeit einfach gar nicht mehr schlafen. Ganz so schlimm wars bei mir zum Glück dieses mal nicht, aber das Zeitgefühl spinnt trotzdem ganz ordentlich. Im einen Moment geht es praktisch um jede Sekunde: Schnell noch dieses paper fertig schreiben, dann das Abschlussprojekt Momente vor der Deadline abschicken. Und nachdem dann das letzte davon fertig ist, steht man da und kann es kaum glauben. Man könnte einfach einen Film schauen oder zwanzig Stunden schlafen und es wäre völlig egal Ich hab gegen Ende noch viel fotografiert, was ich bei Gelegenheit mal hochladen wollte. (und einen besserer Zeitpunkt als 5 Stunden Busfahrt mit Internet gibts echt nicht). Das erste ist das Mensa-System in Cornell und die Fotos habe ich leicht unfreiwillig gemacht: Vor einem Monat musste ich feststellen, dass die 300$ auf meinem Meal Plan am Ende des Semesters automatisch verfallen würden (Wer denkt sich nur so ein doofes System aus...). Deshalb war fleißiges Mensa-Essen angesagt und so hab ich auch fast alle mal durchprobiert. Im Vergleich zu Karlsruhe ist das System eher dezentral organisiert und 8 kleine Mensen sind über das ganze Gelände verstreut. Dann gibt es noch mini-Mensen, die zB nur koscheres Essen oder spezielle Diäten für Mormonen etc. anbieten. Generell kauft man sich kein Essen sondern bezahlt einen Eintritt (Morgens 6, mittag 8, abends 10$), woraufhin man eigentlich den ganzen Tag darin bleiben könnte. Es gibt keine Linien sondern Buffets und manche Sachen muss man bestellen. Mein Lieblings-essen (und die Idee find ich auch total gut) ist ein Grill, bei dem man verschiedenes Gemüse selbst aussuchen kann und in einer Schale an den Koch gibt, der das dann asiatisch zubereitet. Risley Hall, Ryan und Phelps North Star Grill in Robert Purcell Dining Dann war noch das CS Department Picknick am Lake Cayuga. Beim eigentlichen Picknick war ich nur ganz kurz, denn ein paar der PhDs sind zu den Taughannock Falls gelaufen, die dort ganz in der Nähe waren. Und ich habs nicht bereut mitzukommen, denn das war die bisher mit Abstand schönste Stelle in Ithaca! Kaum zu glauben, dass dieser kleine Fluss so eine riesige zerklüftete Schlucht in den Berg gefressen hat. Der Wasserfall ganz am Ende ist anscheinend einer der höchsten in ganz Amerika (höher als die Niagarafälle) und im Winter gefriert er zu einem gigantischen senkrechten Eiszapfen! Lake Cayuga (mit malerischem Kohlekraftwerk) Seltsames Flussbett!, CS PhD students Panoramas!! Jetzt ist gleich die Batterie leer und ich muss aufhören Monday, May 5. 2008Mareike und Volker zu Besuch
Was letzte Woche noch eine lustige Idee war, hat diese Woche geklappt: Mareike und Volker (ein Freund von ihr an der UMass) kamen zu Besuch nach Ithaca. Jan hatte ein fieses Take-Home exam, weshalb er leider nicht mitfahren konnte (evtl hätte ich die Schoko und Vanille-Milch noch fotografieren sollen
Am Samstag Nachmittag standen die beiden schließlich nach über fünf Stunden Fahrt vor meinem Dormitory. Was eigentlich ganz logisch klingt, war irgendwie verrückt: jemand, den man innerlich noch fest mit Karlsruhe assoziiert, steht plötzlich direkt vor einem. Es ging mir anscheinend nicht alleine so und nach eingem Grinsen und nachdem die Unmengen (!) an Zeug aus dem Auto ausgeladen waren, sind wir dann zusammen den Campus-"Mountain" hochgekrackselt. Ich hatte davor schon eine Riesen-Liste mit Sehenswürdigkeiten geschrieben, die wir sogar fast alle geschafft haben. Zuerst sind wir einmal im Kreis um den westlichen Teil des Campus herumgelaufen und haben einige der Bibliotheken und anderen Gebäude angeschaut. Nachdem die Füße sich dann irgendwann beschwert haben, sind wir noch in die nördliche Schlucht herabgestiegen, wo es auch schon anfing leicht dunkel zu werden. Zum Abendessen waren wir in einer Mensa auf dem Nordcampus und da konnte ich doch noch eine interessante Feststellung machen: Wir Deutschen kommen echt nicht mit diesem "All you can eat"-Prinzip klar. Wenn ich manchmal mit ein paar Amerikanern essen gehe, lachen sie über meinen Teller und sagen, dass eigentlich eher "All you care to eat" gemeint ist. Aber wenn es 10 Sachen zur Auswahl gibt, will man ja schließlich alle einmal probieren Am Sonntag hatte ich nur Vormittags Zeit, deshalb sind wir früh aufgestanden, um noch den Buttermilk Falls-Trail entlang zu wandern. Ich wollte da eigentlich schon seit langem hin - aber jetzt wo die beiden zu Besuch waren und die Sonne schien, war das perfekt. Die Buttermilk Falls heißen so, weil das Wasser dort irgendwie "blubberiger" Man erkennt auch die Gesteinsformationen, die man überall in Ithaca finden kann: Eine Schicht weiches Sediment, eine Schicht harter Kalkstein und so weiter... Wenn man einen Bach und ein paar hundert Jahre dazunimmt, gibts dann diese Platten im Flussbett. Danach sind die beiden wieder zurück in Richtung Massachusetts gefahren. Insgesamt wars ein Super-Wochenende und ich fands echt klasse, dass es geklappt hat. Nachmittags war bei mir dann noch das CS Department-Picknick - darüber schreib ich aber ein andermal.. Thursday, May 1. 2008Noch mehr Besuch!
Juhu, noch mehr Besuch! Wenn alles klappt, kommt Mareike dieses Wochenende mit ein paar Freunden nach Ithaca. Jan ist sich noch nicht ganz sicher, ob er Zeit haben wird. Deshalb kommt nun das unschlagbare Argument (und wer Jan nicht kennt, muss das jetzt nicht verstehen
Und ja, sie ist wirklich seeehr lecker Monday, April 28. 2008Cornell im Frühling
Mit dem herrlichen Frühling, den es zur Zeit hier in Ithaca hat, kommt auch das Ende dieses Semesters immer näher. Und das hat es mal wieder ziemlich in sich! (Was auch der Grund für die langanhaltende Stille auf dieser Seite war). Die letzten Wochen habe ich viel an der Abschlussarbeit für meinen masters degree gearbeitet und eine Präsentation dazu gehalten.
Juhu! Das allein wäre nicht besonders erwähnenswert - ein Moment ist mir jedoch deutlich in Erinnerung geblieben: Da rede ich eine Stunde lang und erkläre mit intuitiven Argumenten und zugegebenermaßen etwas händewedelnd den Inhalt meiner Arbeit, da keine Zeit für eine detaillierte Herleitung war. Und als ich schließlich das Ergebnis zeige (Eine analytische Lösung einer partiellen Differentialgleichung, die den Fluss von Licht in faserigen Objekten beschreibt), meldet sich sofort einer der Professoren und fragt ob ich wirklich sicher sei, dass dieses Ergebnis korrekt sei. Er hätte das Gefühl, da fehle noch etwas.... Wow. Ich war platt, denn er hatte natürlich recht. Am Tag davor hab ich eine Normalisierungs-Konstante "unterschlagen" Das Observatorium Am 17. Mai fliegt Olesya nach New York City und kommt mich von Amerika abholen. Nach so langer Zeit kann ich kaum glauben, dass es jetzt nur noch ein paar Tage dauert. Wir beide sind dann jedenfalls noch eine Woche in New York City, bevor wir dann irgendwann am 25. in Karlsruhe ankommen. Und so wie diese Woche immer näher kommt, haben wir auch festgestellt, dass unsere täglichen Telefongespräche immer mehr einem exponentiellen Wachstum folgen. Voraussichtlich irgendwann nächste Woche wird der Tag kommen, an dem wir einfach nicht mehr auflegen Libe Slope Apropos Karlsruhe: Die Uni hat mich inzwischen ohne mit der Wimper zu zucken exmatrikuliert. Ich hab mich neulich in diese Online-Selbstbedienungsfunktion eingeloggt und mit Interesse festgestellt, dass ich anscheinend kein Student mehr bin Saturday, March 15. 2008Happy Dragon Day!
Jedes Jahr um diese Zeit wird in Cornell eine seltsame Tradition gefeiert: der Dragon Day (Wikipedia), sozusagen der Tag der Architekten. Die Freshmen bauen einen riesigen Drachen, der feierlich durch den Campus gezogen wird. Am Ziel dürfen ihn dann die Architektur-Sophomores (Studenten im 2. Semester) anzünden und alle sind glücklich
Behold the Dragon Früher war der genaue Termin des Dragon Days ein gut gehütetes Geheimnis. Seit die Feuerwehr die Straßen absperrt und das Feuer überwacht, weiß natürlich jeder schon Tage im Vorraus bescheid. Dieses Jahr scheint Recycling eine wichtige Rolle gespielt zu haben - man beachte die Wahl der Haut und die Schuppen aus zerschnittenen Bechern Das beste am Dragon Day ist der Umzug vom Archi-Gebäude bis zum Arts Quad! Da haben sich manche echt was einfallen lassen: Den Ingenieuren passt es natürlich nicht, dass die Architekten einfach so einen Tag ganz für sich alleine bekommen. Außerdem muss ja irgendwer den Engineering Quad vor dem bösen Drachen beschützen Die Phoenix Society verteidigt die Ehre der Ingenieure Geschafft Warum es ausgerechnet ein Drache ist und warum der Dragon Day gerade an diesem Tag stattfindet, weiß wahrscheinlich niemand so richtig. Jedenfalls wars zum kaputtlachen und das Vorlesungs-schwänzen hat sich allemal gelohnt In diesem Sinne: Happy Dragon Day! Saturday, February 16. 2008The Wilder Brain Collection
Die "Wilder Brain Collection" gehört definitiv zu den verrückteren Dingen, denen man hier über den Weg laufen kann
Eine Sache fand ich aber bemerkenswert: Mit ihrem Tod hat Helen H. Gardenen (eine der "anwesenden") geholfen, ein damals weit verbreitetes Vorurteil aus der Welt zu schaffen: dass Frauen im Vergleich zu Männern ein geringeres Gehirnvolumen hätten! Die Soziologen im Stockwerk darunter sagen: "Living brains - first floor. Dead brains - upstairs." Hier ist es die letzten Wochen eisig kalt gewesen (Immer zwischen -2 und -12 Grad). Sobald der Schnee mal wegschmilzt, sackt die Temparatur sogleich wieder ab und es gibt in derselben Nacht schon wieder neuen. Ich habe viel über das Ph.D.-Programm nachgedacht und sehe es inzwischen positiver. Allerdings wird mir nichts anderes übrig bleiben, als Ithaca nun als mein vorläufiges Zuhause zu akzeptieren (was ich bisher noch nicht wirklich getan habe). Tuesday, February 12. 2008Ph.D.-Programm
Vor rund zwei Monaten habe ich mich bei Cornell für ein Ph.D.-Programm beworben. Gestern Abend bekam ich dann eine EMail mit einer Zusage. Ich bin immer noch ein bisschen durcheinander - es war schon klar, dass irgendwann eine sehr wichtige Nachricht kommt, aber das hat mich dann doch sehr überrumpelt. Die Chancen reinzukommen waren ziemlich null (über 600 Bewerber auf 32 Plätze), deshalb habe ich bis zum Ende damit gerechnet abgelehnt zu werden, damit es keine allzu große Entäuschung werden würde. Das wirft so ziemlich alle Pläne für die kommenden Jahre über den Haufen (inklusive das Diplom in Karlsruhe fertigzumachen). Trotzdem werde ich das Angebot aber annehmen. Ich habe hier etwas gefunden, für das ich mich wirklich begeistern kann, und das sich in solcher Tiefe und Vielfalt leider an keiner Uni in Deutschland findet. So wie es im Moment aussieht, werde ich hauptsächlich mit zwei Professoren hier zusammenarbeiten - Steve Marschner und Kavita Bala, die beide auf dem Gebiet der Computergrafik forschen. Ich habe schon seit einer Weile gedacht, dass ich irgendwann mal promovieren will. Jetzt habe ich die Möglichkeit, sofort damit anzufangen - und das spart mir mindestens 2 Jahre, die ich in jedem Fall noch gebraucht hätte, um das Diplom in Karlsruhe fertig zu machen. So richtig freuen kann ich mich darüber allerdings noch nicht, obwohl ich natürlich ganz arg gehofft habe, dass es klappt. So wie es aussieht werde ich also noch weitere 4 Jahre in Amerika studieren. Das Angebot beinhaltet auch ein Vollstipendium, das Studiengebühren und Miete+Lebensunterhalt bezahlt. Dafür muss ich als Gegenleistung aber als "Teaching Assistant" arbeiten (so ähnlich wie ein Tutor in Deutschland). In den Semesterferien werde ich dann in Deutschland sein - zusammen genommen etwas mehr als 4 Monate im Jahr. Das ist erstmal ein ganz schön großer Brocken zu verdauen und es gibt noch vieles, über das ich Nachdenken muss, bevor ich mich genug entspannen kann, um das ganze zu feiern.
Tuesday, February 5. 2008Ein neues Semester!
Da jetzt schon die dritte Woche des neuen Semesters ist, wird es langsam überfällig ein bisschen was darüber zu schreiben
Ich arbeite dieses Semester an dem Abschlussprojekt für den masters degree. Das Thema ist ein bisschen krank und ich habe im Moment noch damit zu kämpfen. Es geht um "Anisotropische Photonen-Diffusion" (Deutsch: wie Licht sich verhält wenn es unter der Oberfläche tausende Male gestreut oder reflektiert wird. Dann kann man es wie eine Flüssigkeit beschreiben, die sich in dem Gegenstand "vermischt"). Das Wort "Anisotropisch" bedeutet hier, dass dieses Vermischen ein bisschen anders abläuft, wenn der Stoff eine innere Struktur wie zum Beispiel Fasern (Holz) oder Zellen (Haut) hat. Ich versuche gerade noch die einfachere "isotropische" Version dieser Theorie von A-Z zu verstehen, leider wird es aber an den entscheidenden Stellen arg physikalisch und ohne Wissen über Brownsche Bewegung, Schwarzkörperstrahlung und Bessel-Funktionen sieht es schlecht aus.. Dann höre je eine Info-Vorlesung (Advanced Interactive Computer Graphics) und eine Mathe-Vorlesung (Numerical Analysis: Linear and Nonlinear Problems). Die Numerik-Vorlesung geht in Richtung Wissenschaftliches Rechnen, ist aber ansonsten thematisch ähnlich zur Numerik-Vorlesung in Karlsruhe (an die ich leider keinerlei Erinnerung mehr habe!). Die Grafik-Vorlesung ist absolut genial! Da geht es hauptsächlich um neue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet, also Dinge die erst in den letzten 2-3 Jahren entwickelt wurden. Zu guter letzt bin ich noch Tutor für CS569 (Interactive Computer Graphics). Es ist auch eine Grafik-Vorlesung, dementsprechend hoch ist die Motivation Thursday, December 13. 2007Farewell Ithaca .. NOT!Geschafft
Geschafft - die letzten Klausuren sind geschrieben und das dritte Final Project habe ich gestern abgegeben! Danach habe ich gleich mal 21 Stunden geschlafen!
Ohne Transparenz und mit Ketchup-Messwerten Wachs und Seife Zwei kurze Animationen Am Sonntag komme ich in Karlsruhe an und platze schon jetzt fast vor Vorfreude! Bis bald! Monday, December 3. 2007Semester-Endspurt
Für alle, die sich gewundert haben, warum ich in den letzten zwei Wochen mit aller Regelmäßigkeit zur Mittagszeit in Karlsruhe im ICQ anzutreffen bin: Seit zwei Wochen findet hier der Semester-Endspurt statt, und es gibt sehr viel zu tun. Genauer: viel zu tun in viel zu wenig Zeit! Die Tage werden dadurch so unglaublich lange, dass es mir schon ein paar mal passiert ist, dass ich an Ereignisse von vor ein paar Tagen gedacht habe, und mir dann mit Erschrecken bewusst wurde, dass das alles am selben Tag passiert ist! Heute war ein besonders anstrengender Tag, da die Deadline von zwei meiner drei "final projects" um 23:59 Uhr war. Bei einem Projekt (eine Teamarbeit mit 2 PhD-Studenten) haben wir noch bis 40 Sekunden vor der Abgabefrist Änderungen vorgenommen (Die letzten Minuten werde ich nie vergessen. Die anderen Leute in dem Büro auch nicht - das war echt zum Schreien!)
Der langen Rede kurzer Sinn: hier ist mein Final Project-Film für die Animations-Klasse. Viel Spaß beim Schauen! Der Ton fehlt noch, was eine Szene etwas schwer verständlich macht. Aber wenn man sich das dazudenkt, sollte es Sinn machen. (Tip: Wie hört sich ein leckeres Bonbon an, wenn es erschüttert wird? Wednesday, October 31. 2007Besuch von Zuhause!
Zur schönsten Jahreszeit haben mich meine Eltern hier in Ithaca besucht! Ich hab mir dafür ein paar Tage frei genommen und die Zeit so richtig genossen. Meine Eltern haben sich schließlich über die Länge meiner Campus-Führungen beschwert - ich hab ihnen wirklich jedes Fleckchen gezeigt!
Am dem Wochenende war ich auch das erste Mal zu Besuch im "Statler Hotel". Das ist sozusagen das Uni-Hotel, denn hier kann man sich für einen Studiengang namens "Hotel Management" einschreiben. Es gibt eine Fakultät und direkt daneben liegt das Hotel. Lustig daran fanden wir, dass fast das ganze Hotelpersonal aus Studenten bestand. Die werden zur Arbeit verdonnert und müssen da alle ein Praktikum machen (Kellnern, etc..) Dafür wars aber wirklich super und das Essen war total lecker - wahrscheinlich kriegen die Noten dafür Am Montag sind wir dann zusammen mit dem Bus nach New York City gefahren. Obwohl es eigentlich gar nicht so weit ist, brauchen die Busse ganze 5 Stunden für die Fahrt! Im Hotel in NYC ist mir dann eine ziemlich gruselige Geschichte passiert: Kurz vorm ins Bett gehen hab ich mein Laptop aufgemacht und gesehen, dass es ein offenes WLAN mit dem Namen des Hotels gab. Erster Gedanke: "Hoffentlich ist das umsonst". Nachdem keine Meldung über irgendwelche Kosten kam (und in dem kleinen Büchlein mit Hotel-Dienstleistungen stand auch nichts), hab ich dann ganz unbekümmert meine Emails gecheckt und eine Viertelstunde lang Spiegel online gelesen. Doch wie geschah mir am nächsten Morgen, als jemand einen Zettel unter meiner Tür durchgeschoben hatte. Da stand drauf: "Room Internet - GROSSE ZAHL $$$". Ich bin fast umgekippt! Internet ist heutzutage so selbstverständlich, dass man einfach nicht mit hohen Kosten fürs bloße Surfen rechnet. Nachdem ich mich gedanklich auf eine fiese Szene in der Lobby vorbereitet hatte, bin ich dann mit dem Fahrstuhl runtergefahren. Wie sich dann zu meiner großen Erleichterung herausgestellt hat, war das aber nicht der Preis für das Internet sondern für mein Hotelzimmer. Weil meine Mutter das Zimmer übers Internet gebucht hatte. Glück gehabt! Aber viele solche Aktionen macht mein Herz nicht mehr mit... Mit viel Kaffee gestärkt (ja, das ist eine Müslischale) sind wir dann am nächsten Morgen ein bisschen durch Soho gebummelt. Das ist ein schöner Stadteil von Manhattan, den man an den vielen gusseisernen Säulen und Feuerleitern erkennt. Danach gings nach Chinatown, das direkt daneben liegt. Chinatown gefällt mir sehr gut, und ich gehe jedesmal hin, wenn ich in NYC bin. Man läuft in eine Querstraße und plötzlich sind fast alle Schilder auf chinesisch. Teilweise sprechen die Leute dort auch nur chinesisch und die Straßen sind von Geschäften gesäumt, auf denen seltsame Waren feilgeboten werden. In Chinatown liegt auch mein Lieblings-Teegeschäft für grünen Tee, "Ten Ren". Seit meinem letzten Besuch haben die noch ein zusätzliches Geschäft eröffnet, in dem man "Bubble Tea" trinken (oder eher: essen) kann. Mit Tee haben die meisten dieser Kreationen nicht mehr so viel zu tun, aber es ist total lecker und ziemlich verrückt. Unten in dem Glas sind nämlich Kugeln aus Tapioka, die man dann durch ein riesiges Röhrchen hochsaugt und kaut. Wir haben 6 verschiedene Bubble Teas bestellt Kurios war auch das Geschäft, das Kunststoff-Attrappen aller Gerichte im Schaufenster hatte. Ich würde dort zwar nicht unbdingt essen wollen - die Idee fand ich aber lustig Indian Summer
Wenn ich mir die Bilder von Jans und Mareikes Blog anschaue, habe ich das Gefühl, dass der Indian Summer hier irgendwie langsamer ist. Erst jetzt fangen die ersten Bäume gemächlich damit an, ganz tolle Farben zu bekommen:
Wahrscheinlich ist es hier einfach ein bisschen verzögert, weil der "Finger Lake" die Region so stark herunterkühlt und in ein paar Wochen passiert dann alles ganz plötzlich. Auf meinem Computer habe ich jetzt ein neues Panorama-Programm installiert, das viel besser als das letzte funktioniert (Das macht keine Linien mehr, wo sich die einzelnen Bilder überschneiden). Deshalb hab ich nochmal Panorama-Fotos vom Clocktower und Bebee Lake gemacht: Wenn es dann soweit ist, bin ich mit meiner Kamera bewaffnet Saturday, October 13. 2007Epitaph of an unfortunate computer scientist
Die Fall Break kam und ging - vier Tage ohne Uni. Eigentlich wollte ich zuerst einen Ausflug nach NYC machen - aber daraus wurde nichts. Ich hab die ganzen vier Tage von Morgens bis Abends an meinen Aufgaben gearbeitet und bin gerade so fertig geworden..! Das Tempo ist echt rasant und ich habe inzwischen eine Arbeitsweise, bei der ich gleich zum nächsten Problem wechsele, sobald ich für mehr eine Viertelstunde irgendwo festhänge.. Im Vergleich zur Uni Karlsruhe würde ich das Verhältnis Arbeit zu Freizeit statt 70:30 eher 90:10 oder noch höher einschätzen. Die Cornell-Studenten sagen dazu: "Where did you get the ten percent?" Clocktower nachts und die Brücke am Beebee Lake Ich nutze auch mal die Gelegenheit, um mich über die amerikanischen Standards zur "Academic Integrity" zu beschweren Paddling on Beebee Lake In dem Restchen Freizeit versuche ich, so viel wie möglich raus in die schöne Natur zu gehen. Die Fotos sind vom Kajakfahren auf dem Nord-Campus vor eine Woche. Wir haben sogar ein paar Rehe gesehen und uns von der Wasserseite herangepirscht Falls mich das Heimweh nach Deutschland das nächste mal packt, habe ich jetzt zumindest einen schwachen Trost: Ich habe einen Supermarkt mit einer "German food section" gefunden (mit der einzigen vernünftigen Schokolade weit und breit): German food Mein Dinosaurier macht Fortschritte und hat jetzt Knochen, mit denen man ihn wie eine Marionette animieren kann. Den Kopf habe ich nochmal neu gemacht, damit er im Profil besser aussieht. Selten habe ich eine so langwierige und umständliche Arbeit gesehen, wie das "Rigging" (3D-Chararaktere mit einem funktionierenden Skelett versehen). Man muss an hunderte Sonderfälle und viele verschiedene extreme Posen denken: Wenn der Dinosaurier zum Beispiel die Beine anzieht, müssen sie seinen dicken Bauch etwas hochdrücken, wodurch das Bauchfett dann seitlich über das Knie hängt. Die perfekte Ressource für vergleichbares Fotomaterial: Sumo-Ringer! Die Ähnlichkeit zu meinem Dinosaurier ist verblüffend Sunday, October 7. 2007Football
Am Samstag fand ein Football-Spiel zwischen Harvard und Cornell statt. Cornell hat ziemlich übel verloren (ich glaube es stand am Ende 15:32). Aber wegen dem ganzen Irrsinn hat es trotzdem ziemlich Spaß gemacht, das Spiel anzuschauen. Mit Irrsinn meine ich zum Beispiel die "Big Red Marching Band", die trotz brutaler Hitze in jeder Pause komplett uniformiert über das Spielfeld gelaufen ist, und Stimmung gegen Harvard gemacht hat. Harvard hatte auch eine Marching Band dabei und das war dann ein wildes hin und her..
Big Red Marching Band Oder dass Harvard als "Safety School" beschimpft wurde (Eine safety school hat man, wenn man sich für Colleges bewirbt und in eins davon auf jeden Fall reinkommt, falls es mit den anderen nicht klappt). Bilder vom Football Tuesday, September 25. 2007Ein Lebenszeichen
Ich hab eine ganze Weile nichts mehr von mir hören lassen. Mich gibts aber noch und es geht mir gut! Heute sind Ilil und ich den Clock Tower hochgestiegen, um ein paar Panorama-Fotos zu machen. Dort oben finden 3 mal am Tag Glocken-Konzerte statt, bei denen man sich aus einem Repertoire von 2000 Stücken ein Lied aussuchen kann. Gespielt wird fast alles von der Uni-Hymne bis zu Yellow Submarine - vorausgesetzt das Lied verträgt sich mit den vielen Obertönen der Glocken. Früher gab es je nur einen "Chimemaster" und einen Lehrling, die auf den Glocken spielen durften. Inzwischen hat es aber mehr als 10 Glockspieler, die die 21 Konzerte pro Woche unter sich aufteilen. Die Aussicht vom Turm ist phänomenal, man sieht bis zur anderen Seite des Cayuga Lake.
Inzwischen habe ich mich auch recht gut an die Arbeitsweise hier gewöhnt. Der Aufwand pro Vorlesung ist zwar ein gutes Stück mehr als in Deutschland - dennoch ist es aber gut machbar, wenn man sich die Zeit einteilt. Vor allem die anfangs so schockierende Vorlesung hat sich sehr gut entpuppt. Anscheinend war der Professor nur so abschreckend, um die Undergraduates aus der Vorlesung herauszuekeln Cayuga Lake und das Arts and Sciences Quad Mit den Klausuren geht es hier rasant zur Sache! Diese Woche schreibe ich schon die ersten "Prelims", also eine Art Vorab-Klausur. Probeklausuren oder alte Klausuren werden leider nicht herausgegeben Ho Plaza Eine Sache, die mir hier sehr gut gefällt, ist das On-Campus recruiting. Es gibt mehrere Career-Fairs, die in etwa den Bonding-Messen in Karlsruhe entsprechen. Eine Abteilung der Uni namens Career Services berät die Studenten und hilft beim Verfassen von Bewerbungsschreiben, Curriculum Vitae etc. Man kann jederzeit einen Termin ausmachen, um professionellen Rat zu den eigenen Plänen zu bekommen. Wenn man sich dann für eine Firma entschieden hat, kann man die Job-Beschreibung weiterleiten und einen Termin für ein "Mock Interview" ausmachen. Dort kommt dann jemand, der so tut als sei er ein Angestellter dieser Firma und stellt alle möglichen fiesen Fragen (sozusagen das Worst Case-Interview). Ein allgemeines Mock Interview habe ich schon hinter mir und das hat wirklich was gebracht! Wenn diese Firma sich dann entscheidet, einen zum Interview einzuladen, arrangiert die Uni ein Treffen auf dem Campus und stellt Räume zur Verfügung. Ich wünschte, das alles gäbe es auch in Karlsruhe - hier kann ich leider nur einen kleinen Teil davon nutzen. Career Fair Einer meiner Kommilitonen hat eine Lineare Algebra-Vorlesung bei Prof. Nerode (Nerode-Relation, anyone?) Da war ich schon kurz verdutzt, als ich das gehört habe! Am letzten Samstag hat Adriana (rechts auf dem Bild) ein Barbecue+Volleyballturnier für alle Schuyler-Bewohner organisiert. Sie stellt alles paar Wochen sowas auf die Beine und ist Leiterin (und ich glaube auch einziges Mitglied) der "Schuyler Cinematographic Society" Die letzten Tage war es richtig schön warm. Trotzdem merkt man, dass der Winter unaufhaltsam näher kommt. Vereinzelt werfen Bäume schon ihre Blätter ab oder wechseln die Farbe in ein schönes Rot. Auf meinem Weg zum Campus habe ich die Bibliothek der Juristen entdeckt, in der ich in Zukunft Abends lernen will. Das Licht dort ist sehr angenehm und alle sind so konzentriert! Anfänge des Indian Summer und die Law School Library Ist zwar schon ein bisschen her aber ich habe es hier noch nicht geschrieben: Ich wurde für die Animationsklasse angenommen! Juhu! Als Bleistift-Animation hatte ich einen Schlafwandler gemacht und mein aktuelles Projekt ist ein etwas dümmlicher, übergewichtiger Dinosaurier. Das 3D-Modell ist schon fertig und als nächstes kommen die Knochen dran, damit er auch laufen kann. Wir schauen zur Zeit viele Computer-animierte Kurzfilme an. Zwei davon haben mich sehr beeindruckt: Clik Clak und Dynamo. Die Zeichung und mein letztes Projekt Jetzt muss ich leider weiterarbeiten. Bis bald! Thursday, September 6. 2007Noch mehr Ausflüge
Ich hab schon ein Weilchen nicht mehr gebloggt - bei mir ist bei mir zur Zeit einfach sehr viel los und ich komme zu wenig anderem.. Inzwischen bin ich aus zwei Kursen ausgetreten und habe nun noch fünf übrig: Parallel Architectures, Physically Based Rendering, Graphics Seminar, Computer Animation und Foundations of Artificial Intelligence. Das sind eigentlich viel zu viele - die PhD-Kandidaten haben 2 oder maximal 3 pro Semester. Wegen dem 1-Jahres-Master Degree muss alles ein bisschen schneller gehen als sonst..
So langsam habe ich es auch geschafft, den ganzen Campus einmal abzulaufen. Er ist wirklich riesig - die Karte verschafft einen ersten Eindruck. Aber wie groß das tatsächlich ist, merkt man erst wenn man mal von oben nach unten durchläuft.. Norden und Süden des Uni-Geländes werden durch eine Schlucht voneinander getrennt, durch die ein kleines Flüsschen fließt. Studenten gehen nach den Vorlesungen gerne zum Baden dorthin - mehrere schöne Wasserfälle und Badeplätze locken. Allerdings ist es auch etwas gefährlich und es gibt fast jedes Jahr Unfälle. Sage Hall und die Schlucht von der Hängebrücke aus fotografiert Neben der Hängebrücke führt etwas versteckt ein Waldweg in die Schlucht hinab. Dummerweise hatte ich keine Badesachen dabei - das passiert mir nicht nochmal Fall Creek Am Wochenende habe ich durchgearbeitet, weshalb ich gestern auf dem Bee Bee Lake ein paar Runden mit dem Kajak drehen konnte. Es war total lustig und vor allem wackelig! Die Balance in so einem Kajak funktioniert ganz anders als in einem Ruderboot. Bevor wir allerdings den See, die zufließenden Flüsse und Wasserfälle erkunden durften, musste jeder zweimal ein "Wet Escape" vorführen, d.h. in einem gekenterten Kajak kopfüber im Wasser die richtigen Bewegungen machen, um rauszukommen. Brr. Auf YouTube habe ich dieses großartige Filmchen über den letzten Winter in Cornell gefunden: Snow Day [youtube.com]. Ein beliebter Streich ist es, die Mensa-Tablette zu klauen und darauf die vielen steilen Hügel auf dem Campus herunter zu rodeln. Alle klagen, wie hart und lang die Winter hier sind - eine Studentin hat sich ernsthaft einen Schal mit Augen-Löchern gebastelt. Aber bei solchen Bildern freue ich mich nur umso mehr darauf! Tuesday, August 28. 2007Panorama-Fotos und schockierende Vorlesungen
Ich musste unbedingt mal die Panorama-Funktion meiner Kamera ausprobieren
Auf dem Campus hat es eine kleine Kapelle names "Sage Chapel". Da die Universität säkular ist, gibt es dort keine normalen christlichen Gottesdienste, sondern eine Mischung aus christlichen, jüdischen, buddhistischen und hinduistischen Einflüssen. Ich war gestern hauptsächlich wegen der Musik dort, da der Cornell-Chor und zwei Organisten (Bach+Orgel, wenn das kein Grund ist..) den Gottesdienst musikalisch begleiten sollten. Womit ich nicht gerechnet habe ist, dass die Predigt so gut sein würde! Der Vortrag war sehr philosophisch und kein bisschen aufdringlich gegenüber anderen Formen des Glaubens. Als nächster Ort für ein Panorama habe ich mir das "Arts+Sciences Quadrangle" ausgesucht. Das ist eine riesige Wiese, die an allen vier Seiten von tollen Gebäuden begrenzt wird. Der Ort ist recht zentral und ist so eine Art Knotenpunkt wenn man von einem Gebäude ins andere muss. Zuletzt hab ich noch eins vom Duffield Atrium gemacht (hat allerdings nicht so gut geklappt). Das ist ein Ort zum Entspannen und Arbeiten und von dort kann man auch durch getönte Fenster in das Nanotechnik-Labor aus dem letzten Blog-Eintrag schauen. Eine ziemlich lustige Kombination also: Auf der einen Seite ein Café, auf der anderen Seite Gefahrenstoffe der höchsten Stufe Heute hatte ich auch noch drei Veranstaltungen zum ersten Mal - zuerst das Seminar: Wahnsinn, wer da alles drin sitzt. Ich war wirklich nervös als man mich bat, meine Person und Forschungsinteressen der Gruppe vorzustellen. Viele Leute darin kenne ich aus Computergrafik-Büchern oder Konferenz-Veröffentlichungen. Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass gleich jemand auf mich zeigt und sagt "Hey, you don't belong here!"... Nachdem das nicht passiert ist, wird das wohl ein sehr gutes Seminar Dann hatte ich eine Vorlesung namens "Parallel Computer Architecture", die von der "Electrical Computer Engineering"-Fakultät gehalten wird und deshalb nur indirekt zur Informatik gehört. Puh! Der Professor war sehr ablehnend und fast schon arrogant. So nach dem Motto "Wer hier kein PhD student ist, sollte jetzt lieber gehen. Ich zähle bis 3". Eine Frage meinerseits nach dem Aufwand der Vorlesung wurde mit Lachen und einem "You must be new here" erwidert! Schließlich hatte ich noch die Vorlesung "Computer Animation", in der man als Abschluss-Projekt einen einminütigen Videoclip mit den Organisationsformen einer Hollywood-Produktion erstellt. Und da habe ich jetzt ein echtes Problem! Die Vorlesung ist auch als Kunst-Vorlesung gedacht und die Studenten dort sind zu ca. 50% Kunst-Studenten. Da nun leider etwa dreimal so viele Studenten am Kurs teilnehmen wollen, wie an Kapazität vorhanden ist, wird die erste Hausaufgabe zur Selektion der glücklichen Teilnehmer verwendet. Und diese Hausaufgabe ist.... Zeichnen! Und zwar nicht ein Bild, sondern 50. Mit Bleistift und Papier. Wir sollen einen Charakter beim Laufen zeichnen und das ganze wird dann später eingescannt und animiert. Ich will diesen Kurs auf jeden Fall aber ich kann einfach kein bisschen zeichnen Jedenfalls merke ich immer mehr wie hier gearbeitet wird. Ein Mädchen aus meinem Dormitory musste über das Wochenende 400 Seiten lesen. Jetzt muss sie bis nächste Woche in ihren drei Vorlesungen insgesamt über tausend seiten lesen und drei Aufsätze dazu schreiben. Dagegen erscheinen meine Hausaufgaben wiederum geradezu lächerlich. Das Leitmotto scheint zu sein: "Graduate studies - If you don't like the heat, get out of the kitchen." Sunday, August 26. 2007Vorlesungen, Ausflüge und das Brot
Seit der reguläre Uni-Betrieb am Donnerstag angefangen hat, war ich in bisher drei Vorlesungen. Alle drei waren hervorragend! Ich hab mich jetzt insgesamt bei sieben Stück angemeldet und muss mindestens zwei davon wieder loswerden oder es wird ein sehr hartes Semester
In einem der Haupt-Gebäude der Ingenieure und Informatiker (Informatik gehört hier zu den Ingenieurswissenschaften) gibt es ein sogenanntes "Nanoscale Facility". Dort werden allerlei Stoffe aus winzigen Partikeln auf ihre Eigenschaften überprüft. Das Labor befindet sich in einem Reinst-Raum (weniger als 200 Staubpartikel pro Kubikmeter) und alle Forscher darin müssen Ganzkörper-Anzüge tragen. Durch Fenster kann man den Leuten bei ihrer Arbeit zuschauen und ich hab mir mal erlaubt, Fotos zu machen Heute morgen bin ich bis zur gegenüberliegenden Seite des des Uni-Geländes gejoggt, wo es ein Arboretum (eine Sammlung von vielen verschiedenen Baumarten) gibt. Das Gelände ist wirklich riesig - allein dorthin zu joggen hat über eine Stunde gedauert! Während des Indian Summer wird es dort bestimmt sehr schön aussehen. Vor ein paar Stunden gab es dann noch ein Gewitter - aber was für eins! Das ist mein zweites Gewitter hier und beide waren extrem stark. Ich weiß nicht woran es liegt - vielleicht die hügelige Landschaft - aber irgendwas macht die Gewitter hier viel stärker als alles was ich in Deutschland je gesehen habe. Innerhalb von einer Sekunde gibt es rasant mehrere Blitze aus allen Himmelsrichtungen. Das zu Fotografieren hat nicht so gut geklappt, aber immerhin einen Blitz habe ich erwischt. Ich habe mir am Tag nach meiner Ankunft beim Bäcker ein geschnittenes Brot gekauft. An sich nichts besonderes - nur: es ist immer noch frisch und saftig, obwohl es die ganze Zeit in einer Plastikfolie eingewickelt war. Da stimmt doch was nicht! Ich denke, ich werde eine der Scheiben noch ein paar Tage liegen lassen, um zu schauen ob sie doch noch anfängt zu schimmeln Thursday, August 23. 2007Dorm BBQ, Neues Zimmer
Am Montag wurde von meinem Wohnheim ein Barbecue für alle Bewohner veranstaltet. Lustigerweise kamen zwei Polizisten von der Campus-Polizei, um uns Hamburger und Hotdogs zu machen
Ich habe es glücklicherweise geschafft, meinen riesigen Raum in einen kleinen zu wechseln. Im Moment sieht er noch etwas roh aus und die Decke ist schräg, da der Raum im Dachgeschoß liegt. Ich werde am Wochenende noch ein paar Verschönerungsmaßnahmen vornehmen. Jedenfalls fühle ich mich in dem Raum viel wohler - der letzte war einfach komisch. Am Dienstag fand meine Computer Science-Orientation statt. So wie es aussieht, wird es ein sehr hartes Jahr mit viel Arbeit und wenig Freizeit. Das sagen jedenfalls die Studenten, die im letzten Frühlingssemester angefangen haben. Die Professoren hier sind sehr aufgeschlossen und nehmen sich viel Zeit für die Studenten. Der Leiter des Informatik-Programmes hat mich kurzerhand für eine Dreiviertelstunde ins Café eingeladen, um über meine Pläne für das Jahr und danach zu reden - da war ich ganz schön platt! Heute fangen die ersten Kurse an und ich bin schon mächtig gespannt, wie das laufen wird. Ich habe mich mal in fünf eingetragen und werde dann den aufgeben, der mir am wenigsten gefällt: Physically Based Rendering: Da gehts um Dinge wie die realistische Darstellung von Oberflächen, Licht in dreidimensionalen Szenen, physikalisch korrekte Darstellung von Rauch oder Nebel Computer Animation: Diese Kurs versucht, die Abläufe einer Hollywood-3D-Produktion nachzuahmen. Das Schlußprojekt ist ein einminütiger Videoclip. Parallel Computer Architecture: Ein recht hardwarenaher Kurs, der verschiedene parallele Computer-Architekturen betrachtet. Außerdem mache ich noch einen Grundlagen-Kurs, ein Praktikum und ein Seminar über Computergrafik. Nach all den Orientations bin ich echt froh, dass es bald los geht ..
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